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Der Verein


Geschichte

Die Gründung der Musikkapelle Weilheim

Über die Gründung der Musikkapelle Weilheim schreibt Schriftführer Joseph Bächle:

„Immer wieder hört man in der Gemeinde den Wunsch nach einer Musikkapelle. Immer wieder war ein Fest und dazu benötigte man eine Musik, die sehr teuer war, so daß bald jeder Marsch auf 3 Mark kam ... Schon öfters befaßten sich einige mit dem Gedanken, wie man am besten zu einer Musikkapelle käme. Von diesem Vorhaben erhielt der Gemeinderat Kenntnis und beschloß, daß eine Musikkapelle gegründet werden sollte. Dieses wurde durch die Polizei bekanntgegeben ... Nach einigen Tagen konnten wir schon 12 Mann für unsere neue Musikkapelle gewinnen...

Diese zwölf Gründer waren Jakob Beilharz jun., Joseph Bächle, Eugen Beilharz, Konrad Kiefer, Richard Gomringer, Karl Dehmer, Richard Zimmermann, Willy Herter, Hermann Beilharz, Eugen Schöller, Eugen Mayer1 (Im Loch, heute Haus Geiß), Eugen Mayer2 (Espachstraße).

Am 24. Februar 1934 fand die Gründungsversammlung im Gasthaus „Mohren“ statt. Bürgermeister Schober konnte Ambrosius Kirschbaum aus Hausen am Tann als neuen Dirigenten vorstellen. Der Preis für den Dirigenten betrug 1,50 Reichsmark pro Abend. Bei der Fa. Reißer in Ulm wurden die Instrumente bestellt, dafür hatte jeder Musiker einen Garantiebeitrag von 30,- Reichsmark zu leisten.

Anfang März trafen bereits die Instrumente ein und mit der Probenarbeit wurde begonnen. Dank des emsigen Übens spielte die Kapelle bereits am 14. April dem 1. Vorstand Bürgermeister Schober ein Ständchen zu seinem Geburtstag. Um die Instrumenten- und Notenkäufe finanzieren zu können wurden Anteilsscheine verkauft, allerdings brachte diese Aktion nicht den gewünschten Erfolg. Erfreulicherweise traten einige Weilheimer dem Verein als fördernde Mitglieder bei.

Bereits im Gründungsjahr wurden am 1. Mai die Weilheimer mit Marschmusik geweckt, eine Tradition, die bis heute gepflegt wird. Nachdem man in der Turnhalle „Linde“ mehrfach zum Tanz aufgespielt hatte, trat man am 7. Juli 1934 beim Musikfest in Tailfingen erstmals außerhalb von Weilheim auf. Hervorzuheben ist die Tatsache, daß die Weilheimer Musikanten, die im Zuge der Gleich-schaltung auch als N. S.-Kapelle verpflichtet wurden, im Dezember 1934 geschlos-sen wieder aus der N. S. D. A. P. ausgetreten sind, sicher ein einmaliges Ereignis zu der damaligen Zeit.

Im Jahre 1935 veranstaltete der Musikverein Weilheim einen Fasnachtsball im Adlersaal, weitere Höhepunkte waren das Gartenfest im September auf dem Festplatz bei der Linde und die Weihnachtsfeier im Adlersaal. Dabei kamen die Theaterstücke „Der Meineid-Bauer“ und „Der stumme Musikant“ zur Aufführung. Somit hat das Theaterspielen im Weilstetter Musikverein schon seit mehr als 60 Jahren Tradition.
Bild
Die Musikkapelle Weilheim 1934 vor der „Krone“ in Hausen am Tann (von links nach rechts)

1. Reihe: Willy Herter, Karl Dehmer, Elsa Kirschbaum, Robert Kirschbaum, Dirigent Ambrosius Kirschbaum, Elsa Beilharz, Jakob Beilharz, Karl Link

2. Reihe: Konrad Kiefer, Adolf Stingel, Eugen Beilharz, Anna Haigis, Otto Haigis, Karl Single, Eugen Schöller, Richard Haigis, Friedrich Single ganz hinten: Karl Rau2  (Loch), Johannes Schöller, Karl Haigis, Richard Gomringer

Bei den Wahlen an der Hauptversammlung im Januar 1936 wurde Jakob Beilharz als 1. Vorstand bestätigt, er hatte dieses Amt schon wenige Monate nach der Gründung von Bürgermeister Schober übernommen. Zum 2. Vorstand wurde Karl Jenter, als Kassier Eugen Beilharz gewählt, Otto Haigis löste den bisherigen Schriftführer Joseph Bächle ab. Erstmals wurden Vereinsstatuten beschlossen und seit dieser Zeit sind Ausschußsitzungen protokolliert.

Am 19. Juli 1936 fand in Burladingen das Kreismusikfest für den Bezirk 14 Hechingen-Balingen statt. Dort beteiligte sich der Musikverein Weilheim erstmals an einem Wertungsspiel. Als Vortragsstück wurde „Ouvertüre zur Regina“ einstudiert. Für ihren Vortrag wurden die Weilheimer Musiker mit der Note „mit gutem bis großem Erfolg“ belohnt.

Höhepunkt des Jahres 1937 war die Teilnahme am Wertungsspiel in Geislingen am 18. Juli, dort erzielte man mit dem Preisstück „Miranda“ die Benotung „Mit großem Erfolg“. Im August besuchten die Musiker bei einem Ausflug die Nebelhöhle, den Lichtenstein, die Elfengrotte bei Honau sowie das Naturtheater in Reutlingen.

Interessant ist ein Auszug aus dem Protokoll über eine Mitgliederversammlung in der Krone: „Als weiterer Punkt kam die Musikprobe zur Sprache, der Vorstand beklagte sich über den unpünktlichen Musikprobenbesuch, in dieser Sache müßte unbedingt Schluß gemacht werden, wenn der Verein auf die Höhe kommen wolle, der Dirigent ist auch der Ansicht, daß Fehlen und Zuspätkommen dem Verein auf musikalischem Gebiet unbedingt schadet.“ ... sie waren also auch nicht besser unsere „Altvorderen“!

Im Vereinsjahr 1938 lagen Freud´ und Leid eng beieinander. Drei aktive Musiker und der Schriftführer feierten ihre Hochzeit. Die Musiker brachten den Vereinskameraden jeweils am Vorabend der Hochzeit ein Ständchen und begleiteten das Brautpaar am Festtag mit Marschmusik zur Kirche. Zu Kaffee und „Weißbrot“ wurden einige Musikstücke vorgetragen und die Musiker spielten abends auch zum Tanz auf.

Am 10. Mai 1938 hatte der Verein eine traurige Pflicht zu erfüllen. Die Musiker mußten ihren jungen, aktiven Vereinskameraden Konrad Kiefer auf seinem letzten Gang begleiten. Am 19. Dezember erwiesen die Musiker ihrem Ehrenmitglied Jakob Single die letzte Ehre. Weitere Auftritte im Jahre 1938 sind nicht verzeichnet.

Da immer mehr Kameraden zum Arbeitsdienst und in die Wehrmacht einrücken mußten, wurde die Vereinsarbeit immer schwieriger. Dennoch wurde der Vorschlag des Ortsgruppenleiters, die Musikkapellen Weilheim und Waldstetten zu vereinen, abgelehnt.

Im Mai 1939 wurde Otto Haigis zum 1. Vorstand gewählt und Eugen Schöller übernahm das vakante Amt des Schriftführers. Neben einem Straßenkonzert und einem Sängertreffen im Juni spielte der Verein vor allen Dingen bei Veranstaltungen und Kundgebungen der Partei auf.

Nachdem man ein Jahr zuvor die vom Ortsgruppenleiter vorgeschlagene Fusion mit der Waldstetter Kapelle strikt abgelehnt hatte, fand diese am 9. Dezember 1939 schließlich doch statt. Durch das „Einrücken“ vieler junger Kameraden waren beide Kapellen zu sehr geschwächt, um weiterhin selbständig musizieren zu können. Damit war die Zeit zweier eigenständiger Musikkapellen in Weilstetten vorüber. Für das Jahr 1940 hat der Schriftführer außer einem Bericht über die Generalversammlung nichts niedergeschrieben.

Über das Jahr 1941 schreibt Vorstand Otto Haigis: ...rund 40 Mitglieder stehen unter den Waffen... ...möge Gott es, daß sie alle wieder gesund heimkehren... Seit Kriegsausbruch hat der Verein sämtliche Veranstaltungen mit dem Bruderverein vom unteren Flecken durchgeführt, auch hat sich der Verein immer vollzählig am Wehrmannschaftsmusikzug beteiligt, an zwei öffentlichen Kundgebungen der Partei mitgewirkt sowie bei der Schulhauseinweihung in Frommern. Auch sei uns die Hochzeit unseres lieben Dirigen-ten Kirschbaum immer in Erinnerung, der den Mut gehabt hat in unserer schweren Zeit sich mit der Klara Schweizer zu verheiraten... auch war es mir gelungen unserem Dirigenten für 20jährige Musikertätigkeit in der Fachschaft Volksmusik eine Urkunde zu überreichen, wir wünschen der Familie Kirschbaum viel Glück und Segen. Auch wurde unser Vereinsmitglied Jakob Single, Bäcker, am 14.02.1941 zu Grabe getragen, ich widmete ihm Worte des Dankes und legte einen Kranz an seinem Grabe nieder.

Mit diesen Worten endet die Zusammenfassung von Otto Haigis, als ob er geahnt hätte, wie viele seiner Musikkameraden auf den Schlachtfeldern noch ihr junges Leben lassen mußten.

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